OWITA - Ostwestfälisches Institut für Innovative Technologien in der Automatisierungstechnik

Innovative Technologien in der Automatisierungstechnik

Privatwirtschaftlich zu mehr Wissenschaft

IHK-Lippe-Info Nr. 11/2005

Innovative Technologien in der Industrieautomation vorantreiben
Von Prof. Dr. Volker Lohweg und Prof. Dr. Stefan Witte

OWITA
Prof. Dr.
Volker Lohweg


OWITAProf. Dr.
Stefan Witte

Die Industrieautomation steht vor einem tief greifenden Umbruch in den Bereichen Informationstechnologien, Mechatronische Systeme und Robotik. Damit die Spitzenstellung im Weltmarkt weiterhin gewahrt werden kann, müssen innovative Konzepte und Lösungen realisiert werden. Hierbei kann der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik an der Fachhochschule Lippe und Höxter wertvolle Hilfe leisten.

Anwendungsnahe Forschung und Entwicklung sind ein wichtiger Fokus des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik. Mit der Gründung von je zwei Forschungs- und Entwicklungsbereichen und Forschungsschwerpunkten sowie des An-Instituts „OWITA GmbH –Institut für innovative Technologien in der Automatisierungstechnik“ bieten sich den Unternehmen hervorragende Möglichkeiten zum Technologie-, Know-How- und Methodentransfer.

Informationstechnologie in der Industrieautomation
Ohne Informationstechnologie ist innovative Industrieautomation nicht mehr denkbar. Dies zeigt sich am Einzug drahtgebundener oder drahtloser Netzwerkkonzepte, Echtzeitbussystemen, Funktechnologien sowie industrieller Bildverarbeitung und Mustererkennung in die Automatisierungstechnik. Dadurch treten zunehmend die Themenkreise komplexe Datenverarbeitung und Datensicherheitsstrategien in den Vordergrund.

Die Bedienung und der Prozessdatenaustausch lassen sich bei komplexen Systemen mit modernen Funktechnologien oder echtzeitfähigen, leitungsgebundenen Netzwerken gewährleisten. Hierbei spielen aktuelle WLAN- oder Bluetooth-Konzepte, aber auch Echtzeit-Ethernet eine große Rolle. Durch den Einzug der Technologien aus der Bürokommunikation wird zunehmend auch die IT-Sicherheit relevant.

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Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) können dabei nicht dieses Spektrum ganzheitlich und in der notwendigen Tiefe abzudecken. Hier hilft der neu gegründete Forschungs- und Entwicklungsbereich für „Informationstechnologie in der Industrieautomation (ITIA)“.

Forschungs- und Entwicklungsbereich Mechatronische Systeme
in der Industrieautomation und Automobiltechnik

In der Industrieautomation und Automobiltechnik, findet man heute schon zahlreiche Beispiele: Dezentrale Antriebe in der Automatisierungstechnik, bei denen elektrische Maschinen, Getriebe, Leistungselektronik und Steuerung eine Funktionseinheit bilden; komplexe Subsysteme im Automobilbereich, wie Brems- und Lenkungssysteme; Roboter sowie Werkzeug- und Fertigungsmaschinen in Produktionsprozessen.

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Mechatronische Systeme sind die Basis für innovative, leistungsstarke und wirtschaftliche Produkte. Die entsprechenden Markttrends zu erkennen und mit aktuellen technischen Lösungsansätzen zu verbinden, stellt für kleine und mittelständische Unternehmen oft eine Herausforderung dar. Innovative Produkte können im Bereich der Mechatronik nur durch Zusammenarbeit von Experten verschiedener Disziplinen entstehen. Deshalb hat der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik für interessierte Unternehmen einen Forschungs- und Entwicklungsbereich für „Mechatronische Systeme in der Industrieautomation und Automobiltechnik (MSIA)“ eingerichtet.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Unternehmen stehen neben ausgewiesenen Spezialisten mit langjähriger Industrieerfahrung im Bereich Forschung und Entwicklung sowie Projekt- und Produktmanagement verschiedene Labore und Mess- Systeme zur Verfügung. Neben Produktanalysen, Standardisierungen, Consulting, Algorithmen- und Konzeptentwicklung, können auch im Rahmen von gemeinsamen Kooperationen Prototypenentwicklungen durchgeführt werden.

Bei übergreifenden Fragestellungen arbeiten die beiden Forschungs- und Entwicklungsbereiche projektorientiert eng zusammen. Je nach Bedarf werden die geeigneten Mitarbeiter zusammengeführt und erforderliche Gerätetechnik genutzt.

So arbeiten bei Untersuchungen zur Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) Experten aus den Bereichen Funktechnik und Hochfrequenztechnik, Leistungselektronik und elektrische Antriebe zusammen. Durch den Einsatz moderner Mess- Systeme sind umfassende, entsprechend dokumentierte EMVUntersuchungen möglich.

Weitere Projekte sind Antriebsregelung in der integrierten Fertigung, Einsatz von intelligenten Netzknoten am CANbus, Funkübertragung in Feldbussystemen, Drahtlose Kommunikation von Automatisierungskomponenten mit mobilen, kommerziellen Endgeräten oder die Zustandsbeurteilung komplexer Systeme zur Ableitung von Operationsempfehlungen.

Industrienahe Ausbildung sichert den Nachwuchs von morgen
Der Fachbereich setzt auf die konsequente Adaption der konsekutiven Studiengänge in der Elektrotechnik und Informationstechnik. Es können die Bachelor- Studiengänge Elektrotechnik und Mechatronik sowie die Master-Studiengänge Information Technology und Mechatronische Systeme belegt werden. Der Bachelor- und Masterstudiengang Mechatronik und Mechatronische Systeme wird in enger Kooperation mit dem Fachbereich Maschinentechnik und Mechatronik durchgeführt.

Noch besser als bisher kann so eine praxisnahe Ausbildung sichergestellt werden: Theoretisches Wissen wird möglichst in FuE-Projekten umgesetzt, ob intern im Labor oder gemeinsam mit Industriepartnern. Erprobt sind hierbei Diplomarbeiten, Auftragsarbeiten oder öffentlich geförderte Forschungsund Transferleistungen.

Die Autoren sind Geschäftsführer des An-Instituts OWITA GmbH.

OWITA GmbH – Institut für innovative Technologien in der Automatisierungstechnik
Seit Anfang Oktober 2005 bündelt das hochschulnahe An-Institut die Kompetenz von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Automatisierungstechnik am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Lippe und Höxter.

Das Institut unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Realisierung innovativer Technologien im Bereich Automatisierung. Es bietet Leistungen wie Studien, Konzeptarbeiten, Prototyperstellung, Produktentwicklung, Schulung oder Beratung. Zudem möchte das Institut Komponenten und Softwaremodule herstellen, einbauen und vertreiben, und Studierenden bei der eigenen Firmengründung helfen.

OWITA stützt sich auf die breit gefächerte Projekterfahrung seiner Mitarbeiter. Durch die Beschäftigung außerhalb des Dienstrechts kann langfristige Kontinuität gesichert und Know-how in der Region gehalten werden. Nur so ist die schnelle Reaktion auf Anfragen aus dem industriellen Umfeld möglich.

Innovative Technologien in der Industrieautomation vorantreiben (PDF)
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Quelle: IHK-Lippe-Info Nr. 11/2005.

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