OWITA - Ostwestfälisches Institut für Innovative Technologien in der Automatisierungstechnik

Innovative Technologien in der Automatisierungstechnik

Privatwirtschaftlich zu mehr Wissenschaft

Lippische Landeszeitung vom 05. Juli 2006

Privatwirtschaftlich zu mehr Wissenschaft
An-Institut "Owita" der Fachhochschule Lippe und Höxter geht neue Wege - Trend für die Zukunft

OWITA
Im Fachgespräch: Prof. Dr. Volker Lohweg (stehend) mit Doktorand und Owita-Mitarbeiter Henning Trsek. (Foto: Engelhardt)

Lemgo (te). Hier die Wissenschaft, dort die Wirtschaft, diese klassische Trennung weicht immer mehr auf. Auch bei der FH Lippe, schon immer eng mit der regionalen Wirtschaft verbunden, bewegt sich auf diesem Sektor wieder etwas. Mehr Forschungsmöglichkeiten sollen Wissensträger an der Hochschule halten und gleichzeitig die Verbindung zur Industrie noch enger knüpfen. Dafür haben sechs Professoren jetzt "Owita" gegründet.

Der Name steht für "Ostwestfälisches Institut für innovative Technologie in der Automatisierungstechnik" und damit für ein neues, so genanntes An-Institut der Fachhochschule. Hinter dem Begriff verbergen sich eingenständige Einheiten, die mit der Hochschule kooperieren. Im Umfeld der Fachhochschule gibt es davon schon mehrere, "aber Owita geht diesen Weg am konsequentesten", sagt Professor Dr. Volker Lohweg, Geschäftsführender Gesellschafter des neuen Unternehmens. Unter anderem deshalb, weil das Institut finanziell von allen Seiten unabhängig ist und sich seine Aufträge aus dem freien Markt suchen muss. Es wird als GmbH geführt, deren Gesellschafter neben Lohweg die Professoren Jürgen Jasperneite, Stefan Heiss, Uwe Meier, Stefan Witte und Holger Borcherding aus dem Fachbereich Elektro- und Informationstechnik sind.

Sie haben laut Lohweg erkannt, dass die Universitäten gegenüber den Fachhochschulen klar im Vorteil sind. "An den FH fehlt der 'Mittelbau', also Mitarbeiter, die über drei bis fünf Jahre dort sind, um zu promovieren und damit Projekte bearbeiten zu können", schildert Lohweg. Die kommenden Master-Abschlüsse erforderten aber Forschungsmöglichkeiten. Attraktive Themen dafür kämen zumeist durch Dreimittel-Aufträge, beispielsweise aus der Industrie.

Und weil bei den Elektrotechnikern der FH schon seit Jahren ein guter Kontakt zur Industrie gepflegt werde, werde dort eine Menge Know-how aufgebaut, das dann mit den Mitarbeitern verschwinde.

Owita soll eine Möglochkeit bieten, diese Wissensträger auf privatwirtschaftlicher Basis zu halten. "Mit den Gehältern und Leistungen des öffentlichen Dienstes könnten wir da gegenüber der Wirtschaft nicht konkurrieren", sagt Lohweg. Zudem verlange die Wirtschaft Nachhaltigkeit, Wissen müsse auch nach längerer Zeit noch zur Verfügung stehen. Das Unternehmen solle genau diese Ziele erfüllen und damit eine "Win-Win-Situation" für alle Seiten herbei führen.

Auch für die Fachhochschule: Denn sie erhalte nicht nur Mietzahlungen für die genutzen Räume und könne von verstärkten Forschungsmöglichkeiten profitieren - in einem Kooperationsvertrag seien auch gemeinsame Ziele zum Beispiel über die Themen Abschlussarbeiten und Praktika festgelegt worden. "Es geht nicht darum, die Fachhochschule abzuschöpfen", tritt Volker Lohweg Kritik entgegen, "sondern darum, den Fachbereich zu stärken und attraktiver zu machen."

Er sieht in dem Owita-Weg einen klaren Trend für die Zukunft und ortet Vorbilder bei den Instituten auf dem Campus amerikanischer Hochulen. "Viele Kollegen wollen das auch hier" - denn Forschung und Entwicklung würden dadurch gestärkt. "Außerdem sind wir in einem stärkeren Wettbewerb als noch vor sieben, acht Jahren." Im Bereich der An-Institutsgründung werde noch viel passieren.

Über Arbeitsmangel klage Owita nicht, berichtet Lohweg. Fünf feste Mitarbeiter plus die sechs Gesellschafter und zwei längerfristig gebundene stundentische Kräfte zählt das Personaltableau. Die Nachfrage aus der regionalen Wirtschaft - beispielsweise von Herstellern der Automatisierungstechnik, von Informations- und Kommunikationstechnologien - sei groß. "Wir sind erstaunt über das Echo. Die von uns angestrebten Zahlen haben sich nach fünf Monaten bereits verdoppelt", sagt Lohweg. Verdoppelt werden soll auch das Personal, und zwar innerhalb des nächsten Jahres. "Die Chancen stehen gut."

Privatwirtschaftlich zu mehr Wissenschaft
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Quelle: Lippische Landeszeitung vom 05. Juli 2006

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